Umbaumaßnahmen am Jetta

Aus Freude am Experimentieren betreibe ich meinen Jetta inzwischen fast ausschließlich mit Pflanzenöl, welches ich aus gebrauchtem Frittierfett bzw. Öl gewonnen habe.

Die Umbaumaßnahmen, um dieses Fett ganzjährig fahren zu können, sind erheblich aufwändiger als es bei reinem Pflanzenölbetrieb der Fall wäre, denn das Fett wird zum Winter hin zähflüssig und teilweise sogar fest.

Meine technische Ausstattung unterliegt deshalb ständigen Veränderungen um den Betrieb zuverlässiger zu machen.

Im Moment habe ich folgende Vorkehrungen getroffen:

Ein 30L Kanister im Kofferraum dient als Vorratsbehälter für das Altpöl.
Der Kanister ist innen mit einem 30 Watt Heizelement versehen, welches das Fett erwärmt, sobald der Motor läuft.

Vom Kanister führt eine Saugleitung mit 12mm Innendurchmesser nach vorne in den Motorraum. Dieser Schlauch wird ebenfalls von Innen auf ganzer Länge elektrisch beheizt, (Heizleistung ca. 40 Watt) sobald der Motor läuft.

Im Motorraum fließt das Öl zunächst durch einen Kühlwasser-Wärmetauscher mit einer wirksamen Fläche von ca. 300 Quadratzentimetern. Dieser erwärmt das Öl auf ca. 60 °C. Danach gelangt es in einen handelsüblichen Kraftstofffilter. Dies ist allerdings nicht der normale Dieselfilter, sondern ein extra-Filter nur für das Pflanzenöl. So kann ich, wenn der Filter mal dicht sitzt, problemlos auf Diesel weiterfahren.

Der Filter wird bei Bedarf von außen induktiv mit ca. 250 Watt erwärmt. Dies ist nur zu Beginn erforderlich. Sobald warmes Öl aus dem Wärmetauscher in den Filter strömt, kann ich die elektrische Filterheizung abschalten. Die Induktive Variante habe ich deshalb gewählt, weil alles Andere den Filterwechsel zu einer wahren Fummelei ausarten lässt.

Nach dem Filter kommt das Magnetventil für die Umschaltung Diesel-Pöl.
Das Magnetventil stammt aus der Schweißtechnik, und wird ebenfalls durch ein Kühlwassergespeistes Heizelement erwärmt.

Vom Magnetventil geht es weiter in den Haupt-Wärmetauscher. Der erwärmt das Öl auf ca. 70 °C und führt es dann der Einspritzpumpe zu.

Die Rückleitung der Einspritzpumpe führt nicht in den Tank zurück, sondern ist kurzgeschlossen, der zurücklaufende Kraftstoff und das Lecköl aus den Einspritzdüsen wird also dem Haupt-Wärmetauscher erneut zugeführt.

 

Eine umfangreiche Liste mit Tipps, welche Fahrzeuge umgebaut werden können, und welche Umbaumaßnahmen erforderlich sind, gibt es übrigens bei fmso.de

 

(wird fortgesetzt)