Am 8. 6.05, nach fast 25000 Km AltPÖL-Betrieb hat es mich doch tatsächlich erwischt..
Bisher kannte ich ihn nur vom Hörensagen... den gefürchteten
Pumpenkolbenklemmer mit Bruch des Kolbens
.

Ich hatte beim nach Hause kommen am Vorabend ziemlich spät von PÖL auf Diesel umgeschaltet, normalerweise mache ich das ca. 4Km vor Ankunft, diesmal war es nur ca. 1km bevor ich den Motor abschaltete.

Bisher hatte ich, wenn ich das rechtzeitige Umschalten vergessen hatte,  immer eine
Extrarunde gedreht, um die Pumpe zu spülen.. an jenem verhängnisvollen Abend unterließ ich das aber aus Zeitgründen.

Am nächsten Morgen sprang der Motor wie gewohnt an, ich fuhr wie immer mit geringer Drehzahl los, und bemerkte NICHTS ungewöhnliches, kein  Klappern, Stottern, Nagelgeräusch o.ä. 
Die Kraftstofftemperatur lag bei 8,5°C.

Nach ca. 800m Fahrt ging der Motor aus, als ob ich den Zündschlüssel herumgedreht hätte. Da bisherige pölbedingte Probleme ganz andere Symptome gezeigt hatten, kam mir natürlich sofort die ESP oder ein Ausfall der Spannung am Abschaltventil in den Sinn.  Abschaltventilstecker abgezogen.. KLICK.. KLICK.. Ventil arbeitet, also folglich:   --->Pumpe Schrott.

Die exakte Bezeichnung der defekten Pumpe:
Bosch  0 460 494 179
VW        068 130 081 C

Das Zerlegen der Pumpe am selben Abend brachte Gewissheit:

Der Pumpenkolben hat sich im Verteilerzylinder derart festgefressen, dass ein Herausschlagen des Kolbens mir nicht gelang.

Ausserdem war der Kolben und die Mitnehmerscheibe gebrochen, und der Mitnehmerstift an der Nockenscheibe hatte eine Scherverletzung.

Aber: Ein Pumpenschaden ist ja kein Beinbruch, zumal es die Pumpen ja recht preiswert gibt. Eine gebrauchte Pumpe kostet deutlich weniger als eine Tankfüllung mit Diesel!
Die Zeit für den Pumpenwechsel hält sich mit  2 Stunden auch in Grenzen; (Wenn man sich beeilt und jeder Handgriff sitzt, schafft man das sicher auch in 1:30)
Man kann alles von oben erreichen und braucht wenig Spezialwerkzeug, und jeder, der sich nicht die Hose mit der Kneifzange anzieht, kann diese Reparatur selber durchführen.

Man kann einen Pumpenwechsel ohne Frage auch unterwegs auf dem Autobahnparkplatz machen, vorausgesetzt, man hat das nötige Werkzeug und eine Ersatzpumpe dabei.

Ich habe DIE Pumpe eingebaut, welche  unter dem Button "Einspritzpumpe"
in zerlegtem Zustand zu sehen ist.

Und SO sieht solch ein Defekt von Innen aus:

In der Mitte ist deutlich der gebrochene Kolben zu sehen.
Es gelang mir nicht, ihn aus der Laufbuchse herauszuschlagen, die beiden
Teile haben sich wohl endgültig miteinander verbunden.

Hier die andere Hälfte des Kolbens mit ein paar Bruchstücken

Und hier der Kolben von hinten.. Die Mitnehmerscheibe hat sich zerlegt.

Für die Reparatur habe ich folgendes Werkzeug gebraucht:

1.  Kleine Knarre mit 10er Nuss zum Abbauen der Zahnriemenverkleidung
2. Edding Stift zum Anbringen zusätzlicher Markierungen an den Riemenscheiben
3. Papier und Bleistift zum Notieren der Stellungen und Zähnezahlen des Riemens
4. 15er Schlüssel zum Lösen der Spannrolle
5. 19er Schlüssel zum Lösen der Riemenscheibe der Pumpe
6. 13er gekröpften Ringschlüssel zum Gegenhalten der Riemenscheibe
7. Abzieher für die Riemenscheibe + passenden Schlüssel für den Abzieher
8. 17er Schlüssel für die Demontage der Einspritzleitungen und der Kraftstoffleitungen an der Pumpe
9. Vier Kabelbinder und Plastiktütchen zum Abdecken der Einspritzdüsen
10. 13er Nuss und Verlängerung zum Abschrauben der Pumpe
11. Großes Stück Pappe zum Unterlegen
12. Eine Flasche Diesel und einen Trichter zum Befüllen der neuen Pumpe
13. Einen Schraubenzieher zum Lösen des Kaltstarterzuges
14. Eine 12er Nuss für die Verschlussschraube des Verteilerzylinders
15. Eine Messuhr, zum Einstellen des Förderbeginns
16. Einen 13er Schlüssel zum Abbauen der Unterdruckpumpe
17. 10er Maulschlüssel zum Einstellen der Leerlaufdrehzahl
18. Einen sauberen Pappkarton zum Ablegen der Einspritzleitungen
19. Einige Putzlappen
20. Eine Telefonzange (= abgewinkelte Spitzzange) zum Drehen der Spannrolle
21. Seitenschneider zum Entfernen der Kabelbinder
22. Torx T30 zum Abschrauben der Gaszug-Halterung
(Das müsste eigentlich alles sein)

Die Meßuhr gibt es übrigens recht preiswert bei eBay, meine hat EUR 14,50 incl. Versand gekostet.
Den Adapter habe ich aus Druckluft-Teilen und einer Schraube M8x1 selber gebaut.
Den Förderbeginn habe ich auf 0,90mm vor OT eingestellt.
(Leider habe ich nie messen können, wie er bei meiner alten Pumpe stand)

Tags darauf hatte ich plötzlich große Schwierigkeiten..der Motor ging bei Last fast sofort aus.
Die Ursache war allerdings banal.. durch einen porösen Schlauch gelangte Luft ins System.

 

13.6.05
Inzwischen habe ich die defekte Pumpe ganz zerlegt.
Viele Teile (Besonders der Fliehkraftregler) sind mit einem braunen, rostähnlichen schlammigen Belag überzogen.
Die Oberfläche der Druckrollen und deren Lagerbolzen sieht matt grau aus, und nicht wie bei der anderen zerlegten Pumpe hochglänzend.

Ich werde deshalb meine Filterverfahren noch verbessern müssen.

Das z.Zt. von mir gefilterte AltPÖL sieht übrigens SO aus:

Mein Öl sieht nach dem Filtern völlig klar aus, aber offensichtlich sind immer noch
Fremdstoffe vorhanden, die die Eisenteile der Pumpe angreifen.